Stefanie Weigelmeier
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von Stefanie Weigelmeier. –

In der Schweiz werden nicht nur Unterhosen vergraben, sondern auch hilfreiche und anwendungsorientierte Veröffentlichungen zum Thema Habitatbaum erstellt.

Ab wann ist ein Habitatbaum ein Habitatbaum?

Das ist einfach – sobald ein Baum ein Baummikrohabitat trägt, handelt es sich um einen Habitatbaum.
Dabei ist es egal, ob das Habitat bewohnt oder genutzt ist, oder eben nicht. (siehe hierzu auch § 39 BNatSchG)
Das mag für manche Ohren kompliziert klingen, ist aber eigentlich ganz logisch, wenn man sich folgendes vergegenwärtigt: ein Haus/Bett/Esstisch ist ein Haus/Bett/Esstisch, egal ob heute darin jemand ist/schläft/ißt, denn wenn nicht heute vormittag, dann vielleicht morgen oder übernächste Nacht.

Tier sind nicht für alle gleichleicht erkennbar oder zu jeder Zeit sichtbar, daher ist es wichtig, Habitate per se zu schützen.

 

Das Merkblatt…

Aus der Schweiz gibt es nun ein Merkblatt, welches auf 12 Seiten in gut verständlicher Sprache Sinn und Notwendigkeit von Habitatbäumen erklärt, die Entstehung und den Wandel unterschiedlicher Habitate erläutert und eine Klassifizierung der Habitate aufstellt. Die Autor:innen beschreiben es als standardisierte Inventurmethode für Baummikrohabitate und Habitatbäume, die in den gemässigten und mediterranen europäischen Wäldern anwendbar ist.

Es handelt sich also, der Entwicklung nach, um ein forstlich andwendbares Instrument.
Allerdings soll sich eine:r nicht davon abschrecken, dies im Park oder gar bei Straßenbäumen anwenden zu wollen, denn – die Zusammenstellung ist echt gut, ökologisch vollständig und so präzise erklärt wie dieses komplexe Thema auf 12 Seiten machbar ist.
Hier der Link zum pdf: Merkblatt

hilfreiches und anwendungsorientiertes Merkblatt für die Praxis – Habitatbäume kennen, schützen und fördern (Bütler et al. 2020; Link im Text)

Der Taschenführer….

Der Taschenführer der Baummikrohabitate ist die visualisierte Essenz des Merkblattes. Auf 58 Seiten werden 47 Typen von Baummikrohabitate in Zeichnung und Photo vorgestellt und mit Piktogrammen Einschätzungen zur Häufigkeit, zur Genese (Geschwindigkeit der Entstehung) und zum erwartbaren Arteninventar gegeben.

Auch dieses ist als pdf frei zum Download verfügbar: Taschenführer

Das pdf ist so formatiert, dass sich die Seitenansicht gut für die meisten Smartphone-Bildschirme eignet.
Mit etwas Bastelarbeit lässt sich das bestimmt auch ausdrucken und zusammenheften.

Auf der Seite gibt es ebenfalls 25 kurze Videos.

Sehr übersichtlich, oder?

Ausschnitt aus dem Taschenführer der Baummikrohabitate von Bütler et al. (2020); Link im Text – ein pdf, das in seiner Übersichtlichkeit gut auf dem smartphone funktioniert!

Die App…

Nur der Vollständigkeit halber….es gibt auch eine App (HabiApp).

Allerdings erschließt sich mir der Nutzen nicht. Möglicherweise ist das für die Forstinventur in der Schweiz ganz… praktikabel. Oder das ist noch (oder vielleicht auch nicht mehr?) in der Entwicklung?

Ich jedenfalls sehe für meine Arbeit hier keinen Mehrwert. In der Baumkontrolle nehme ich die Habitate eh auf, da würde ich keine zweite App öffnen und einen weiteren Datensatz anlegen.

Für Draußen zum Nachschauen eignet sich meiner Ansicht nach der Taschenführer optimal.