Die heute vorgestellte Pflanze lässt noch etwas auf sich warten, ist dann aber ein echter Hingucker. Mit ihren auffallend bunten Blütenblättern ist sie leicht zu erspähen und sorgt für farbenfrohe Tupfer in der Landschaft. Heute geht es um Melampyrum arvense, den Acker-Wachtelweizen. Bei M. arvense handelt es sich um eine einjährige krautige Pflanze, welche Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreichen kann. Die Stängel sind aufrecht und schwach verzweigt. Die Laubblätter sind linealisch bis lanzettlich; die unteren sind ganzrandig, die oberen am Grund gezähnt. Anhand derer Merkmale lässt sich die Art auch im sterilen Zustand unschwer bestimmen. Beim Acker-Wachtelweizen handelt es sich um einen sogenannten mesomorphen Therophyten, das bedeutet es ist eine wärmeliebende Art. Melampyrum arvense ist ebenfalls ein Halbparasit (Hemiparasit) auf Getreide und anderen Gräser-Arten, daher findet man den Acker-Wachtelweizen vor allem auf (kalkhaltigen) Ackerflächen. Aber auch Staudensäume trockenwarmer Standorte und kurzlebige Unkrautfluren sowie  Trocken- und Halbtrockenrasen  gehören zu seinen Lebensräumen. Für die Insekten ist diese Art nicht unbedeutend, findet die Bestäubung doch vornehmlich durch Hummeln statt. Notfalls klappt aber auch Selbstbestäubung. Die Samen werden durch Myrmekochorie, sprich Ameisen, ausgebreitet. Seine rosafarbenen Blüten zeigt er voller Stolz im Zeitraum zwischen Mai und August.
Der Acker-Wachtelweizen kommt in fast ganz Europa vor, im Norden reicht sein Verbreitungsgebiet bis Südschweden, allerdings habe ich ihn noch auf Gotland gesehen. Außerhalb Europas kommt er in der Türkei und im Kaukasusraum vor. In Deutschland ist diese Art nur im Süden verbreitet, im Norden sowie südlich der Donau und in den Alpen ist sie selten. In Sachsen-Anhalt gilt die Art als stark gefährdet.

Melampyrum arvense

 

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