Stefanie Weigelmeier
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von Stefanie Weigelmeier. –

Der Boden ist eine der wichtigsten Ressourcen der Menschheit und gleichzeitig eine, auf der wir nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes herumtrampeln.
Böden sind gefährdet durch Überbauung und Erosion. Verdichtung zerstört das Bodengefüge und führt nicht nur für Bäume zu weitreichenden Problemen (siehe hier mein Text zu zum Wurzelraum).
Und die Landwirtschaft machte und macht durch den Einsatz von Pestiziden, die Anlage von Monokulturen und Überdüngung den Bodenorganismen den Gar aus.

Bodenschutz spielt eine wichtige Rolle. Böden können CO2 speichern. In einem intakten, „gesunden“ Bodengefüge ist es weniger wahrscheinlich, dass einzelne Organismen(gruppen) überhandnehmen und dann als „Schadorganismus“ deklariert werden. Es ist ein unermüdliches Fressen und Gefressen-werden, das Boden aufbaut und Nährstoffe Pflanzen-verfügbar macht.

Biodiversität im Boden

Direkt unter unseren Fußsohlen finden wir fremdartige Lebewesen en masse. Von oben betrachtet relativ unspektakulär wimmelt es in den ersten 1-2m unter der der Oberfläche nur so von Bodenorganismen. Schnecken, Maulwürfe, Asseln oder Regenwürmer sind noch die sichtbarsten und verhältnismäßig gut untersucht. Nähern wir uns nun der Angelegenheit mit einem Binokular treten wir ein in die Welt der Nematoden, Springschwänze, Pseudoskorpione, Milben und Rädertierchen, wühlen uns durch Mykorrhiza und landen schließlich vor Bakterien.

Auf diese Reise bereitet uns das Buch „Der Dschungel im Boden“ vor. Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Citizen Science Projekt Beweisstück Unterhose.

Ein Bilderbuch – auch für Jung-Gebliebene

Ja, es ist ein Bilderbuch, und es ist geeignet für Menschen jeden Alters, die sich für den Boden interessieren.
Die Illustrationen bilden die vorgestellten Organismen mit mikroskopischen Merkmalen ab, ohne dabei zu sehr mit Details zu überfrachten. Die Illustratorin schreibt, dass sie mit lebenden Organismen gearbeitet hat. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Springschanz und Co. beileibe nicht stillhalten. Die Dynamik in den Bildern ist sichtbar.
Jeder Organismus ist in einer großformatigen Szene abgebildet. Dem Autor ist es gelungen, die nachfolgende Erläuterung spannend zu schreiben ohne dabei wissenschaftlich schwammig zu werden oder zu verniedlichen. Das Buch geht auf die Beziehung zwischen uns Menschen und dem Boden ein und zeigt, wie wir mit unserem Handeln diese wichtige Ressource gefährden aber auch, wie wir sie schützen und fördern können – und enthält einige einfache Experimente, die sich leicht zu Hause oder in der Schule durchführen lassen. Natürlich auch das mit der Unterhose!

Eines der vielfältigsten Biotope wird neu entdeckt: Der Boden lebt. Mikroben, Milben, Springschwänze und Co. steuern das unterirdische
Wechselspiel.
“Der Dschungel im Boden” Ein Bilderbuch über eine der wichtigsten Ressourcen der Menschheit. Von Alant und Siriporn Bieri.