Das Grüne Band ist einzigartig: 30 Jahre nach dem Mauerfall hat sich die ehemalige innerdeutsche Grenze längst zu einem länderübergreifenden Lebensraumverbund entwickelt. Das neue Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt wird das Grüne Band nun mit naturnahen Lebensräumen und schon bestehenden Biotopverbundachsen in der Nähe verknüpfen. Mit der Übergabe des Förderbescheids wird das Vorhaben heute offiziell gestartet. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das inhaltlich vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet wird, mit 4,36 Millionen Euro.

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Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Das Grüne Band ist etwas ganz Besonderes – die einstige innerdeutsche Grenze ist zu einem grünen Rückgrat geworden für einen bundesweiten Verbund von naturnahen Lebensräumen und zieht sich durch die unterschiedlichsten deutschen Landschaften. Das Grüne Band verläuft selbst durch intensiv genutzte Agrarlandschaften und bildet damit einen Biotopverbund von nationaler Bedeutung. Mit diesem Projekt verknüpfen wir die Lebensräume am Grünen Band mit den losen Enden anderer wichtiger Biotopverbundachsen. So entsteht ein wertvolles Netz von Lebensräumen, das auch seltenen Arten Schutz bietet.“

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Den Förderbescheid hat Dr. Uwe Riecken, Leiter der BfN-Abteilung Biotopschutz und Landschaftsökologie im Rahmen der 12. Naturschutztage an der Elbe überreicht. „Der Biotopverbund ist von großer Bedeutung für das Überleben vieler Tier- und Pflanzenarten. Vor allem in der genutzten Kulturlandschaft stellt seine Entwicklung eine besondere Herausforderung dar. Eine Landwirtschaft, die der Natur zuverlässig Raum lässt, kann die dauerhafte Vernetzung von Lebensräumen unterstützen. Daher ist geplant, die Anknüpfungsräume zwischen dem Grünen Band und anderen Biotopverbundachsen gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten zu entwickeln. Vorbildliche Landbewirtschaftung, die die biologische Vielfalt fördert, soll in diesem Projekt besonders ausgezeichnet werden“, sagt Uwe Riecken.

Seitliche Verbundachsen sollen jetzt im Norddeutschen Tiefland, in der Region Rhön-Grabfeld, im Hohen Thüringer Schiefergebirge und im ostbayerischen Mittelgebirge nahe der tschechischen Grenze in fünf sehr unterschiedlichen Projektgebieten mit dem Grünen Band vernetzt werden. Dazu werden auf landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen im Umfeld des Grünen Bandes naturschonendere Bewirtschaftungsmethoden etabliert. Brachgefallene wertvolle Lebensräume wiederum werden instandgesetzt, verbessert und ausgeweitet. Davon sollen insbesondere Insekten wie Wildbienen, Libellen oder der vom Aussterben bedrohte Goldene Scheckenfalter und der stark gefährdete Violette Feuerfalter sowie bodenbrütende Vögel profitieren. Weiterhin werden innovative landwirtschaftliche Nutzungen zur Biotopvernetzung, wie ein linienförmiger Energiepflanzenanbau mit einer fünf- bis achtjährigen Energie-Wildpflanzen-Mischung in der Region Rhön-Grabfeld getestet. Im Norddeutschen Tiefland sollen Fische den Fluss Delvenau bald wieder ungehindert durchqueren können. In der Landgraben-Dumme-Niederung wird der Wasserstand angehoben, um langfristig großflächig naturnahes feuchtes Grünland zu etablieren.

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Für die Menschen in der Region, insbesondere in den fünf Projektgebieten, soll das Projekt das Erleben naturnaher, artenreicher Landschaften ermöglichen und gleichzeitig das Bewusstsein für den Erhalt der biologischen Vielfalt fördern.

Das Verbundprojekt wird vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) koordiniert, der bereits seit 30 Jahren im Grünen Band aktiv ist. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt „Quervernetzung des Grünen Bandes mit bestehenden Biotopverbund­achsen und naturnahen Lebensräumen im Umfeld zur besseren Integration in die Landschaft und für einen länderübergreifenden Biotopverbund“ bis 2025 mit 4,36 Millionen Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt. Das Bundesamt für Naturschutz begleitet das Projekt inhaltlich.

Mehr Informationen zu bundesweiten „Naturschutz-Offensive 2020 – für biologische Vielfalt“ findet ihr hier (Quelle: Pressemeldung des BMU).

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